Arbeitsplätze werden aufgewertet, nicht vernichtet. Ja zur Mindestlohn-Initiative

Zahlreiche Staaten haben Mindestlöhne gesetzlich geregelt. Zwar sind die Ansätze tiefer als es die schweizerische Initiative vorschlägt, aber unsere Lebenskosten sind ja auch höher. Das Prinzip Mindestlohn ist breit anerkannt und bewährt sich. Das haben auch viele Branchen und Sozialpartner in der Schweiz erkannt und garantieren Mindestlöhne in ihren Gesamtarbeitsverträgen. Keine dieser Branchen hat deswegen Arbeitsplätze vernichtet, im Gegenteil. Wer nun denkt: Voilà, es geht doch ohne staatliche Vorschrift, übersieht etwas Wesentliches: Es arbeiten nur knapp die Hälfte der Beschäftigten in der Schweiz in Berufen mit Gesamtarbeitsverträgen. In vielen anderen Branchen sind die Löhne nach wie vor deutlich unter 4000 Franken brutto pro Monat: zum Beispiel vielerorts im Detailhandel oder in der Gastronomie. Auch ist der Einwand nicht stichhaltig, die Lebenskosten in der Schweiz seien regional sehr verschieden. Das trifft auf den Grundbedarf wie Nahrung, Kleidung, Kommunikation, Versicherungen nicht zu, dieser ist überall etwa gleich teuer. Bekanntlich gibt es bei uns nicht wenige „working-poors“, die trotz Berufstätigkeit auf Sozialhilfe angewiesen sind, weil der Lohn einfach nicht reicht. Alle beklagen den Anstieg der Sozialhilfekosten: Mit dem Mindestlohn können wir wirkungsvoll Gegensteuer geben. Ich finde, dass die Arbeit meiner Coiffeuse, meines  Schuhverkäufers, meiner Kellnerin 22 Franken pro Stunde wert ist. Dafür bin ich bereit zu zahlen. Ich stimme Ja zur Mindestlohn-Initiative.

Felix Wettstein, Olten, Kantonsrat Grüne

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