Gleiche Leistung, gleicher Preis. Ja zur öffentlichen Krankenkasse

Leserbrief OT

Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn wir in der Schweiz die AHV erstmals einführen würden. Würde es jemandem in den Sinn kommen, 61 private Firmen einzurichten, welche die Aufgabe hätten, die AHV-Leistungen an die Rentnerinnen und Rentner auszuzahlen? Nein, wir würden uns an den Kopf tippen. Schliesslich bekommen alle die AHV, und sie wird für alle nach denselben Grundsätzen berechnet. Bei der obligatorischen Krankengrundversicherung verhält es sich genau gleich: Es ist festgelegt, welche Behandlung bezahlt werden muss. Es gelten für alle Patientinnen und Patienten, aber auch für alle Kassen identische Regeln. Es gibt keinen Wettbewerb. Allerdings, es gibt da noch die Zusatzversicherungen, gleich im Büro nebenan. Das wäre etwa so, wie wenn mir die AHV-Zweigstelle auch noch eine Lebensversicherung verkaufen wollte. Das ist natürlich absurd, und darum ist es höchste Zeit, die obligatorische Grundversicherung vom Geschäft mit den Zusatzversicherungen abzukoppeln. Heute zahle ich mit meinen Krankenprämien über 2000 Kassenangestellte mit, die in keiner Weise zu Gunsten der gesundheitlichen Versorgung arbeiten, sondern allein dafür, Versicherte anderswo abzuwerben und diese Wechsel administrativ zu bewältigen. Dieses Geld würde ich lieber sinnvoller in den Wirtschaftskreislauf einspeisen. Darum Ja zur Initiative für eine öffentliche Krankenkasse.

Felix Wettstein, Olten, Gemeinde- und Kantonsrat Grüne

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