Der geordnete Atomausstieg ist gut vorbereitet

Zur Abstimmung vom 27. November 2016

Leibstadt steht still. Das AKW Leibstadt wird den ganzen Winter über ausfallen. Die Leistung dieses Werks ist so hoch wie Beznau I, Beznau II und Mühleberg zusammen. Und trotz des Ausfalls ist das Schweizer Stromnetz stabil, und es steht uns durchgängig genug Strom zur Verfügung. Damit sind die ersten beiden Argumente widerlegt, welche der Bundesrat im Abstimmungsbüchlein gegen die Initiative vorbringt. Die Netz-Infrastruktur vermag die gegenwärtigen Ausfälle von Leibstadt und Beznau I ohne weiteres abzufedern. Und es gibt keine Stromknappheit. Im Gegenteil, es herrscht immer noch Überfluss, darum kann ja niemand mit der Stromproduktion etwas verdienen. Es bleibt das Argument des Importstroms: Wird er tatsächlich vermehrt aus „dreckigen“ Quellen stammen? Nein. Europaweit wird jeweils nach nur gerade 18 Tagen die Leistung von Beznau II mit neuen Anlagen ins Netz eingespeist  – aus vollständig erneuerbaren Quellen. Der Anteil Kohlestrom nimmt von Tag zu Tag ab. Zudem sind Schweizer Unternehmen an Windanlagen beteiligt, welche heute schon zwei alte AKW’s ersetzen. Und warum redet niemand von den Exporten? Die Schweiz kann übers ganze Jahr gesehen nach wie vor etwa gleich viel Strom exportieren wie sie importiert: vor allem nach Italien. Das gelingt dank unserem wertvollsten Pfand, der Wasserkraft. Aus all diesen Gründen kann von einer übereilten Abschaltung keine Rede sein. Die Initiative „Ja zum geordneten Atomausstieg“ wurde vor bald fünf Jahren eingereicht: Ausreichend Zeit für einen guten Plan, was der Bundesrat bisher leider verpasst hat. Mit einem Ja an der Urne helfen wir nach.

Felix Wettstein, Olten, Kantonsrat und Präsident Grüne Kanton Solothurn

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