Wirtschaftskunde mit oder ohne Ideologie

Leserbrief zum Artikel „Künftige Manager ziehen Bilanz“ in OT/SZ/GT vom 24.12.2016

Schülerinnen und Schüler der Kantonschule Solothurn schlüpfen während einer Woche in die Rolle von Unternehmensleitungen mehrerer Produktionsbetriebe und simulieren sechs Geschäftsjahre in einem umkämpften Markt. In der Zeitungsberichterstattung über diese Woche ist der bemerkenswerte Satz zu lesen: „Die diesjährige Wirtschaftswoche schien einen stark ideologisch geprägten Hintergrund zu haben: Viele Unternehmen verfolgten nicht in erster Linie eine gewinnmaximierende Strategie, sondern bauten auf Nachhaltigkeit.“ Aha. Merke: Nachhaltigkeit ist ideologisch, Gewinnmaximierung ist nicht ideologisch. Und vor allem sind die beiden Ansätze offenbar unvereinbar. Mit der Strategie Nachhaltigkeit verbinden die Jugendlichen, dass das Personal zufrieden sein soll und dass die Unternehmen ökologische Entscheidungen treffen, selbst wenn dabei finanziell nicht das theoretische Maximum für die Aktionäre herausschaut. Das irritiert den Interessenvertreter der Aktionäre. Ich finde: Wir dürfen stolz sein auf diese jungen Menschen, die Ökonomie im Dienste des Gemeinwohls und des langfristigen Gewinns für unsere Lebensgrundlagen wirklich begriffen haben.

Felix Wettstein, Olten, Kantonsrat und Präsident Grüne Kanton Solothurn

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