Das Läufelfingerli ist unschlagbar

Leserbrief zum Artikel «Tiefere Kosten – besseres Angebot», Tageszeitungen OT und BZ vom 19.10.

Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro behauptet, mit der Stilllegung der S9 – dem Läufelfingerli – und dem Wechsel auf Busbetrieb würde ein besseres und erst noch günstigeres öV-Angebot entstehen. Dieser Behauptung muss vehement widersprochen werden. In Trimbach würde ein ganzes Quartier seinen öV-Anschluss verlieren. Die Busfahrt über den Hauenstein würde für alle Betroffenen mindestens 16 Minuten länger dauern und der Komfort wäre auf der kurvenreichen Passstrasse dahin. Zu Stosszeiten würde der Bus im Stau stecken bleiben. Die Folgen sind absehbar: Die schönen Ausflugsziele im Homburgertal würden von der Bevölkerung aus der Region Olten kaum mehr aufgesucht, die Arbeitsplätze etwa in Läufelfingen würden an Wert verlieren, die Oberbaselbieter aufs Auto umsteigen, die Umweltbelastung zunehmen. Völlig unzutreffend ist die Aussage, dass für die Menschen aus dem Homburgertal die Anschlüsse in Olten schlanker würden. Heute kommt der Zug um sieben Minuten vor der ganzen Stunde an: Ideal für alle Anschlüsse zur ganzen Stunde nach Zürich, Bern, Solothurn-Westschweiz und Luzern. Mit dem Bus müsste für jede Weiterfahrt eine halbe Stunde dazugeschlagen werden, mit Wartezeiten von bis zu zwanzig Minuten. Und auch das Finanzargument sticht nicht: Erst vor kurzem wurden in beiden Kantonen die Haltestellen der Zugstrecke modernisiert. Wenn man diese Amortisationskosten berücksichtigt, ebenso die Kosten für den Strassenunterhalt, die ein Bus mitverursacht, dann ist der Zug nicht mehr teurer. Das Läufelfingerli ist eine moderne, effiziente Bahn und darf keinesfalls stillgelegt werden.

Felix Wettstein, Olten, Co-Präsident des Solothurner Komitees Pro Läufelfingerli, Kantonsrat Grüne

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