Sichere und gesunde Lebensmittel: Ja zu Fair-Food

Leserbrief, am 6.9.2018 abgedruckt

Selbstverständlich will ich bei den Lebensmitteln eine gute Auswahl haben. Mit Fair Food habe ich diese Auswahl: Alle Lebensmittel, die wir im Laden oder auf dem Markt einkaufen, sollen sicher, gesund und unter fairen Bedingungen produziert sein. Als Konsument ist mir wichtig, dass ich mich darauf verlassen kann. Darum will ich keine importierten Eier von Batteriehühnern im Regal des Grossverteilers, denn in unserem Land ist die Käfighaltung von Hühnern zu Recht verboten. Tierschutz darf nicht an der Grenze aufhören. Es dünkt mich zynisch, wenn wohlhabende Politiker mit dem Argument kommen, die Armen würden sich dann die Lebensmittel nicht mehr leisten können. Das heisst ja nichts anders als: „Die Armen sollen bitteschön pestizidverseuchte Kartoffeln und Hormonfleisch kaufen. Das darf man zwar bei uns nicht produzieren, aber importiert ist es wenigstens billig.“ Menschen mit schmalem Portemonnaie wollen sich genauso wie alle anderen gesund ernähren, und sie wollen kein Gemüse, das unter sklavenähnlichen Bedingungen geerntet wurde. Auch Menschenwürde darf nicht an der Grenze aufhören. Und was die Preise betrifft: Heute landet ein Drittel aller Lebensmittel im Abfall. Damit wird viel Geld und Energie weggeworfen. Fair Food ermächtigt den Bund, sich im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung mehr zu engagieren. Diese Initiative kommt genau zum richtigen Zeitpunkt und setzt die richtigen Schwerpunkte: umwelt-, tier- und menschengerecht. Sie verdient ein überzeugtes Ja.
Felix Wettstein, Olten, Kantonsrat Grüne

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