Klimazerstörung und Mobilität – Podium der Grünen Solothurn-Lebern

Die Grünen Lebern und die Grünen der Stadt Solothurn veranstalteten in der Jugi Solothurn ein öffentliches Podium mit dem Titel „Klimazerstörung und Mobilität“. Ich war als Ständratskandidat einer der beiden Kontrahenten; mein Gegenüber war Andreas Burgener, Bellach, Direktor von Auto Schweiz, der Vereinigung der Autoimporteure.

Was ist die Zukunft des motorisierten Individualverkehrs und des Güterverkehrs angesichts des Klimawandels? Reicht es, die Antriebsmotoren statt mit den Erdölprodukten Benzin und Diesel künftig mit Strom zu betreiben, aber alles andere soll so weitergehen wie bisher? Meine Antwort heisst nein: Die Frage der Antriebsenergie kommt erst an dritter oder vierter Stelle. Die Reihenfolge im motorisierten Verkehr (zu Land, zu Wasser, in der Luft) muss heissen: Erstens VERMEIDEN, zweitens VERLAGERN, drittens VERTRÄGLICH GESTALTEN.

VERMEIDEN heisst: Kürzere Wege, weniger Personen und Güter herumschieben. Wie geht das? Zentral ist die Raumplanung: Stopp der Zersiedelung. Wichtige Prinzipien heissen regional und saisonal, wiederverwertet statt wegwerfen. Lange Wege dürfen nicht belohnt werden, weder mit unlimitierten Steuerabzügen bei den Arbeitswegkosten noch mit Gratisparkplätzen bei Einkaufszentren.

VERLAGERN heisst: Was gleichwohl von A nach B bewegt werden muss, das muss sich so oft wie möglich zu Fuss, mit Velos und mit öffentlichem Verkehr bewegen. Hier gilt es zu investieren und das Umsteigen attraktiv zu machen, z.B. mit Lenkungsabgaben, die eine tatsächliche Lenkungswirkung erreichen.

VERTRÄGLICH GESTALTEN heisst vor allem bezüglich des Individualverkehrs: Leichtere, kleinere Fahrzeuge, Entwicklung in Richtung selbstfahrend. Autos müssen nicht im Privatbesitz sein, sondern werden nur bei Bedarf geliehen. Dann braucht es viel weniger Parkplatzflächen. Immer mehr Tempo ist nicht erstrebenswert, sondern gleichmässige Fortbewegung und Entzerrung der Spitzenzeiten. Das gilt besonders auch für den Warentransport.

Die lebhafte Diskussion ergab mannigfaltige Differenzen, aber auch Einigkeit in einigen Punkten: So waren wir beide uns einig, dass bei Lenkungsabgaben die Höhe so gewählt sein sollte, dass auch tatsächlich eine Lenkungswirkung eintritt. Zudem stehen wir beide dem Projekt «Cargo sous terrain» positiv gegenüber. Einigkeit herrschte auch zur Frage, dass die Schweiz den Netto-Null CO₂-Ausstoss anstreben sollte – Differenzen gab es zur Frage welches Jahr für dieses Ziel angepeilt werden sollte. Für mich gilt das ambitioniertes Ziel 2030, Andreas Burgener setzt das Ziel Netto-Null CO₂ für das Jahr 2050.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.